Altersvorsorge unter Druck: Viele sparen weniger

Steigende Lebenshaltungskosten bremsen die private Altersvorsorge. Gleichzeitig wünschen sich viele mehr finanziellen Spielraum für den Ruhestand – doch oft bleibt es beim Vorsatz.

Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre wirken sich spürbar auf das Vorsorgeverhalten aus. Eine aktuelle Umfrage zeigt: 41 Prozent der Menschen in Deutschland sparen inzwischen weniger für den Ruhestand als zuvor – so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2023. Damit verschärft sich ein Problem, das schon länger besteht: Die Lücke zwischen Vorsorgebedarf und tatsächlichem Sparverhalten wächst weiter.

Zwar geben 52 Prozent der Befragten an, regelmäßig für das Alter vorzusorgen. Doch die monatlichen Beiträge bleiben oft überschaubar: 13 Prozent sparen weniger als 100 Euro im Monat, weitere 15 Prozent zwischen 100 und 200 Euro. Gleichzeitig investieren 35 Prozent überhaupt nicht in ihre private Altersvorsorge.

Besonders deutlich wird das Spannungsfeld beim Blick auf die finanziellen Möglichkeiten: Jeder Zweite (50 Prozent) würde gerne mehr für den Ruhestand zurücklegen, kann es sich aber nach eigener Einschätzung nicht leisten. Gleichzeitig räumen 16 Prozent ein, dass sie eigentlich mehr sparen könnten, dies aber nicht tun.

Hinzu kommt, dass viele die Verantwortung weiterhin beim Staat sehen. 35 Prozent der Befragten halten ihn für hauptverantwortlich für eine ausreichende Altersvorsorge, bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 40 Prozent. Gleichzeitig sagen 51 Prozent, dass sie sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen wollen.

Die Umfrage zeigt auch: Wer regelmäßig vorsorgt, blickt häufiger optimistisch auf den Ruhestand. Insgesamt freuen sich 54 Prozent auf diese Lebensphase – unter den Vorsorgenden sind es sogar 57 Prozent. Finanzielle Vorbereitung scheint also nicht nur die Absicherung zu verbessern, sondern auch die persönliche Perspektive auf die Zukunft zu beeinflussen.